Gemeinschaft Rom

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Via B. Maria De Mattias 10

I - 00183 Roma

 

                                                                   Hier lebt Sr. Zita Resch.

Sie ist eine von den vier Generalrätinnen der international zusammengesetzten Generalleitung der Anbeterinnen des Blutes Christi

- ASC. Damit spiegelt das Team die Internationalität der Gemeinschaft wieder, die auf allen Kontinenten vertreten ist.

Im Zusammenleben und gemeinsamen Arbeiten der Generalleitung geht

es darum, das Miteinander zu schätzen und zu fördern und Raum zu schaffen für Subsidiarität, Mitverantwortung, gegenseitige Rechenschaft, Unterscheidung und Austausch von Gaben.  So wird die Generalleitung zum Modell für mehr Identität, Zusammenhalt

und Solidarität. Die Entscheidungen der Leitung zielen darauf,

die ASC weltweit in diesen Werten weiter zu begleiten. Die ganze Generalverwaltung (Generaloberin, vier Rätinnen, Sekretärin und Ökonomin) nimmt teil an den Erwartungen und Hoffnungen im

Herzen jeder Anbeterin. Mit jeder verbindet sie der Wille die Einheit sichtbar zu machen, die jede mit ihrem Leben bezeugen soll.

  

 

Eine mutige Ordensfrau

 

Bevor Sr. Zita Ende Oktober 2011 nach Rom abreiste, erschien im Liechtensteiner „Volksblatt“ folgender

Beitrag von Barbara Essig.

 

Schwester Zita Resch kämpft für die Ziele des Zweiten Vatikanischen Konzils und für das Leben.  Nach

jahrelanger Missionsarbeit in Afrika hofft sie auf mehr Gleichberechtigung in der Kirche. Schwester Zita

Resch ist gerade aus Indien zurückgekehrt. Von der Generalversammlung der Anbeterinnen des Blutes Christi

(ASC), denen auch die Schwestern des Klosters St. Elisabeth in Schaan angehören. Eine Reise, die sicherlich

mit nicht wenigen Strapazen verbunden war. Strapazen, die man der 66-Jährigen jedoch kaum ansieht.

Schon verwunderlich, wie eine zierliche Frau solch eine Energie, solch einen Lebenswillen ausstrahlen kann.

«Choose life, then!» war das Motto der Generalversammlung: "Wähle also das Leben!"

 

     

 

Es scheint, als wäre es allein für Schwester Resch ausgewählt worden. Im Juni 1945 ist sie geboren, direkt

nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Und im Leib ihrer Mutter wäre ihr Leben mehr als nur ein Mal an einem

seidenen Faden gehangen, meint die Schwester. Sie hätte damals ihr Leben geschenkt bekommen und versucht

seither, jede Minute davon auszukosten. «Ein einfaches, unkompliziertes Leben, nein, das wäre nichts für mich»,

lacht Resch und wer das Funkeln in ihren Augen sieht, glaubt ihr. Die Lebendigkeit, die Nähe zum

Leben hat sie auch in Tansania und Liberia immer wieder fasziniert, wo sie lange Jahre in der Mission tätig war.

«Können Sie sich vorstellen, wie das ist, wenn nach sieben Monaten Trockenheit plötzlich der Regen kommt?

 

Wir haben getanzt, mitsamt unseren Kleidern, im Regen!» Nach Tansania ging sie mit 28 – «blutjung und voller

Energie» – und baute dort eine Schule für Frauen und Mädchen auf. Zehn Jahre später war sie dann in Liberia,

zu einer Zeit, als die politische Situation dort schon sehr kritisch war. – «Doch das war unsere geringste Sorge.

Wir hatten viel mehr Angst in unserem Kühlschrank zu wenig Impfstoff für die immer wiederkehrenden Epidemien

zu haben.»

  

Offene Kirche

Die Nähe der Kirche zum Leben war auch eines der Hauptziele des Zweiten Vatikanischen Konzils. Schwester

Zita, die kurz vor Abschluss des Konzils in den Orden eintrat, lebt bis heute dessen Ideale, Reformwillen und 

Menschenbild: «Es würde völlig reichen, das Zweite Vatikanische Konzil umzusetzen, dann bräuchten wir keine 

Kirchenreform mehr.» Das Konzil hätte nämlich Antworten auf die Zeichen der Zeit gefordert. Wie diese

Antworten heute aussehen würden? «Ich würde dem Papst raten, Theologen, die schon heute Pfarreien leiten, 

aber verheiratet sind, zu Priestern zu weihen.» Ebenso Frauen, die in der Seelsorge stünden und gut vorbereitet

wären – diese hätten auf die Fragen anderer Frauen einfach oft die besseren Antworten. Zudem wäre es eine

Frage der Gleichberechtigung: «Überall rufen wir nach Gleichberechtigung, nur die Kirche ist da hinten nach.»

Erzbischof Wolfgang Haas wäre von Schwester Zitas Ideen wohl nicht sonderlich begeistert. Umso mehr

begeistert ist jedoch der Verein für eine Offene Kirche, in dessen Vorstand sie sitzt, «um eine Verbindung zum

Kloster zu sein». Ob Partnerschaftsgesetz oder die Trennung von Kirche und Staat, sie steht hinter den Anliegen

des Vereins und will damit Menschen eine religiöse Heimat geben, die mit der engen, konservativen Amtsführung

des Erzbischofs und verschiedener Priester im Land nichts anfangen könnten.

 

Internationales Herz

Bald wird der Verein jedoch ohne sie auskommen müssen. Vor einem Monat wurde Schwester Zita in Indien in die

Generalleitung der ASC gewählt. Ende Oktober wird sie deshalb Liechtenstein in Richtung Rom verlassen: «Natürlich

tut es mir leid jetzt zu gehen, wo gerade so viel in Bewegung ist. Aber ich habe ein internationales Herz und freue

mich auf meine neue Aufgabe.»

 

* Barbara Essig ist 26 Jahre alt und kommt aus Wien. Sie absolvierte als eine von zehn Teilnehmerinnen die

Internationale Sommerakademie für Journalismus und PR 2011 an der Universität Liechtenstein.