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Gemeinschaft Rom |
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Eine mutige Ordensfrau
Bevor Sr. Zita Ende Oktober 2011 nach Rom abreiste, erschien im Liechtensteiner „Volksblatt“ folgender Beitrag von Barbara Essig.
Schwester Zita Resch kämpft für die Ziele des Zweiten Vatikanischen Konzils und für das Leben. Nach jahrelanger Missionsarbeit in Afrika hofft sie auf mehr Gleichberechtigung in der Kirche. Schwester Zita Resch ist gerade aus Indien zurückgekehrt. Von der Generalversammlung der Anbeterinnen des Blutes Christi (ASC), denen auch die Schwestern des Klosters St. Elisabeth in Schaan angehören. Eine Reise, die sicherlich mit nicht wenigen Strapazen verbunden war. Strapazen, die man der 66-Jährigen jedoch kaum ansieht. Schon verwunderlich, wie eine zierliche Frau solch eine Energie, solch einen Lebenswillen ausstrahlen kann. «Choose life, then!» war das Motto der Generalversammlung: "Wähle also das Leben!"
Es scheint, als wäre es allein für Schwester Resch ausgewählt worden. Im Juni 1945 ist sie geboren, direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Und im Leib ihrer Mutter wäre ihr Leben mehr als nur ein Mal an einem seidenen Faden gehangen, meint die Schwester. Sie hätte damals ihr Leben geschenkt bekommen und versucht seither, jede Minute davon auszukosten. «Ein einfaches, unkompliziertes Leben, nein, das wäre nichts für mich», lacht Resch und wer das Funkeln in ihren Augen sieht, glaubt ihr. Die Lebendigkeit, die Nähe zum Leben hat sie auch in Tansania und Liberia immer wieder fasziniert, wo sie lange Jahre in der Mission tätig war. «Können Sie sich vorstellen, wie das ist, wenn nach sieben Monaten Trockenheit plötzlich der Regen kommt?
Wir haben getanzt, mitsamt unseren Kleidern, im Regen!» Nach Tansania ging sie mit 28 – «blutjung und voller Energie» – und baute dort eine Schule für Frauen und Mädchen auf. Zehn Jahre später war sie dann in Liberia, zu einer Zeit, als die politische Situation dort schon sehr kritisch war. – «Doch das war unsere geringste Sorge. Wir hatten viel mehr Angst in unserem Kühlschrank zu wenig Impfstoff für die immer wiederkehrenden Epidemien zu haben.»
Offene Kirche Die Nähe der Kirche zum Leben war auch eines der Hauptziele des Zweiten Vatikanischen Konzils. Schwester Zita, die kurz vor Abschluss des Konzils in den Orden eintrat, lebt bis heute dessen Ideale, Reformwillen und Menschenbild: «Es würde völlig reichen, das Zweite Vatikanische Konzil umzusetzen, dann bräuchten wir keine Kirchenreform mehr.» Das Konzil hätte nämlich Antworten auf die Zeichen der Zeit gefordert. Wie diese Antworten heute aussehen würden? «Ich würde dem Papst raten, Theologen, die schon heute Pfarreien leiten, aber verheiratet sind, zu Priestern zu weihen.» Ebenso Frauen, die in der Seelsorge stünden und gut vorbereitet wären – diese hätten auf die Fragen anderer Frauen einfach oft die besseren Antworten. Zudem wäre es eine Frage der Gleichberechtigung: «Überall rufen wir nach Gleichberechtigung, nur die Kirche ist da hinten nach.» Erzbischof Wolfgang Haas wäre von Schwester Zitas Ideen wohl nicht sonderlich begeistert. Umso mehr begeistert ist jedoch der Verein für eine Offene Kirche, in dessen Vorstand sie sitzt, «um eine Verbindung zum Kloster zu sein». Ob Partnerschaftsgesetz oder die Trennung von Kirche und Staat, sie steht hinter den Anliegen des Vereins und will damit Menschen eine religiöse Heimat geben, die mit der engen, konservativen Amtsführung des Erzbischofs und verschiedener Priester im Land nichts anfangen könnten.
Internationales Herz Bald wird der Verein jedoch ohne sie auskommen müssen. Vor einem Monat wurde Schwester Zita in Indien in die Generalleitung der ASC gewählt. Ende Oktober wird sie deshalb Liechtenstein in Richtung Rom verlassen: «Natürlich tut es mir leid jetzt zu gehen, wo gerade so viel in Bewegung ist. Aber ich habe ein internationales Herz und freue mich auf meine neue Aufgabe.»
* Barbara Essig ist 26 Jahre alt und kommt aus Wien. Sie absolvierte als eine von zehn Teilnehmerinnen die Internationale Sommerakademie für Journalismus und PR 2011 an der Universität Liechtenstein.
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