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 Hier findest du ein paar Beiträge, die in der letzten Zeit auf unserer Homepage waren.




Auf zu neuen Ufern


Der Weg ist lang, aber die Fahrt mit Gesprächen, Gebet, den ersten Gedanken zum Thema, mit Spielen und Witze erzählen, ist doch kurzweilig. Es trägt uns auch die Sehnsucht zu neuen Ufern von Liechtenstein bis auf die kroatische Küste. Das Thema „Auf zu neuen Ufern“ ist wie geschaffen für diese zweite spirituelle Ferienwoche. Es klingt nach Aufbruch, Neubeginn, wahrscheinlich für jede und jeden individuell und anders. Denn spirituelle Ferien bedeuten: Aufatmen vom Alltag und sich eine innere Auszeit gönnen.
Schon bei der gemeinsamen Fahrt im Bus berührt uns der Satz  „Du kannst nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn du nicht den Mut aufbringst, die Alten zu verlassen“. Im Genießen der wunderschönen Landschaft und bei spontanen Gesprächen machen wir uns erst einmal Gedanken, wie oft wir in unserem Leben umgezogen sind. Ich habe schon mehrmals. Manchmal bin ich gerne gegangen, manchmal aber auch mit Bedauern. Vielleicht wären wir an manchen Orten lieber geblieben; vielleicht waren wir hin und wieder froh, zu neuen Ufern weiterreisen zu können und zu dürfen, wie heute!
Müde aber glücklich kommen wir gegen 18.00 Uhr in unserem Ferienort Novigrad in Istrien an. Eine gute Atmosphäre im Haus, eine schmackhafte Küche, guter Wein erfreut unseren Gaumen und Gemüt am ersten und alle Tage unseres Aufenthaltes. Das nahe, warme Meer, der große Garten mit alten Pinienbäumen lädt uns ein zum Ruhen und Singen, zur stillen Zeit, zum Plaudern und die Kinder können ausgiebig spielen.

Jeden Morgen versuchen wir Schritt für Schritt das Thema zu erschließen. Die Impulse, Gebete, der Austausch in der kleinen oder größeren Gruppe führen uns nach und nach zu neuen Ufern. Denn wer seinen Horizont erweitern will, muss die Welt kennen lernen; wer die Welt kennen lernen will, muss auf Reisen gehen; wer auf Reisen gehen will, muss das Haus verlassen. Dazu braucht es Mut und Entschlossenheit. In den Bibelstellen, die uns jeden Tag begleiten, finden wir viele Begebenheiten, wie die Beziehung zwischen Gott und das Volk Israel. Und dann etliche Jahre später taucht eines Tages in der Weltgeschichte ein Zimmermannssohn, Jesus Christus, auf, der im Alter von 30 Jahren seine ordentliche Existenz aufgibt,  Familie und Heimatort verlässt und umherzuziehen beginnt, um den Menschen von Gott zu erzählen.

Umziehen müssen, das ist in vielen Familien, besonders bei den jungen Familien, kein außergewöhnliches Thema, sondern normaler Bestandteil ihres Lebens. Die Meisten von uns haben sicher in frühen Jahren lernen müssen, mit Abschieden zu leben. Wir hören, wie die neuen Ufern ganz banale Alltagssituationen sein können. Also immer dann wenn wir uns einer neuen Situation gegenüber sehen und uns entscheiden sollen, welchen Weg wollen wir einschlagen welches Ufer betreten. Ich muss mir etwas zutrauen im Vertrauen und der Hoffnung dass es gut wird, egal wie es ausgeht.
Jeder eigenen Veränderung geht eine Standortbestimmung voraus. das geht ja noch. Zu wissen, wo man hin will, wie man das anstellt und auch noch selbst dafür die Verantwortung übernehmen und eigene Schritte zu unternehmen, das ist wirklich eine Zumutung! Warum sollte ich etwas loslassen, was sich scheinbar bewährt hat, es funktioniert doch irgendwie, das Leben. Reicht das nicht?
Das tägliche Schwimmen im tiefblauen, kristallklarem Meer, an der Sonne liegen und nichts tun, auch die zwei Ausflüge in die nahe Umgebung, zeigen uns, dass es doch nicht reicht. Ein oft mühsames Gehen auf glitschigen Steinplatten im Auf und Ab in den engen Gässchen der Ortschaften, schenkt uns einen Weitblick, aber auch einen Rückblick in die weit zurückliegende Geschichte, die uns vom Loslassen und Neubeginn erzählen. Damals wie heute auch wenn man geübt ist im Zelteabbrechen, so bleibt jedes Loslassen, jeder Aufbruch trotz allem ein Gang ins Ungewisse, mag er finanziell oder karrieremäßig auch noch so gut abgefedert sein. Und bei aller Mobilität, wird der Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit nicht schwächer. Niemandhält es aus, im ständigen Wechsel zu leben. Jede und jeder sehnt sich nach etwas, das zuverlässig und dauerhaft ist - nach "Heimat", nach dem, das mich trägt und mir Geborgenheit schenkt. Diese Geborgenheit spürten wir bei der Eucharistiefeier, die wir einmal mit der Gemeinde in Vrsar in Deutsch und Kroatisch feierten und das zweite Mal unter uns in der Gruppe. Die Gedanken, Gebete und Lieder sind uns in diesen Tagen vertrauter geworden und schenken uns Heimat.
 

Das besondere an dieser Ferienwoche sind die zwölf Kinder in unserer Gruppe: Eine frohe, quicklebendige Schar belebt unsere Tage. Im Busreisen fühlte ich mich wie früher, als ich in die Ferienlager fuhr. Hier am Meer wird auch gelacht, gespielt, nach Mama gerufen, nie habe ich Streit gesehen. Ein großes Bravo für das Mitmachen bei den Impulsen und Gottesdiensten, beim Singen und Musizieren. Da durfte ich das gute Klima der religiösen Familie erfahren, was mir und uns allen sehr wohl tat. Am letzten Tag überraschten sie uns mit einem improvisierten Theater: Flug nach Nordpol, in die Wüste und schlussendlich die Landung an der kroatischen Küste.

Was wir in dieser Woche gehört und immer wieder praktiziert haben, findet seinen Abschluss am letzten Tag. Nochmals ausgiebig das Meer genießen, ein Eis schlecken, die warme Sonne ins Herz nehmen, Abschied nehmen vom lieb gewonnen Ort und Haus, ein Adio dem Hausherrn Enijo und den vier Frauen. Nach sechs Stunden Fahrt am nächsten Tag landen wir nach San Bernardino in der Schweiz. Es regnet in Strömen. Unseren Augen trauen wir nicht, als wir den frischen Schnee auf den Hügeln sehen. Schnell werden Pullis, lange Hosen und Socken geholt und angezogen.

Trotz allem freuen wir uns auf unser Daheim. Nochmals ertönt aus vollen Kehlen das afrikanische Segenslied. In diesen zehn Tagen durften wir unvergessliche, schöne Tage und herzliche Gemeinschaft erleben und bedankten uns für die Organisation, gute Gedanken und Gebete, die uns in dieser Woche durch Nicole, Brit und Sr. Marija bereicherten. Mit Zuversicht im Herzen, wenn Gott uns zu neuen Ufern einlädt, sind wir sicher, dass er uns in eine neue Wirklichkeit und
Lebensmöglichkeit führt, die wir nicht einmal erahnen können. Der Weg wird sicher manchmal mühsam. Es wird schmerzliche Momente des Loslassens geben. Aber trotz allem: Lassen wir uns ein auf die neuen Ufern, denn Gott ist an unserer Seite!

Maria Helfenstein, ASC-Angeschlossene
 




Die Schwellen überschreiten

Froh, dankbar und nicht überfordert kehrten wir vom Regionaltag im April 2013 nach Röthenbach zurück. Den daheim gebliebenen Schwestern erzählten wir am nächsten Tag von den Eindrücken und Erlebnissen, der guten Atmosphäre, den Grüßen und Gästen, den einzelnen Arbeitsschritten die bestens vorbereitet waren, den Gottesdiensten, den verschiedenen Begegnungen.  Neu war die Zuschaltung, per skype, wo sich unsere Schwestern in Sibirien mit ihren Wortmeldungen einbringen konnten und wir im Saal sie gut verstehen konnten.
Das Überschreiten der Schwellen wurde auf verschiedenste Art und Weise dargestellt z.B. bei der Bereitschaftserklärung und Sendung, im Podiumsgespräch, wo Sr. Ewa, Sr. Kristina, Sr. Annella und P. Josef Gehrer, ihre Gedanken  dazu mitteilten. Auch in der Einzelbesinnung und im Gruppengespräch mit der Frage: Welche
Schwellen haben wir als Region, bzw. als Kongregation bereits überschritten, konnten wir das Thema vertiefen. Die Mitteilungen im Plenum schenkten einen Weitblick. Sr. Ruth fasste die einzelnen Schritte  gekonnt zusammen.
 
Der Impuls "Was hilft, stützt uns Schwellen zu überschreiten“, mit den Schwerpunkten:
Kontemplation, Prophetische Stimme, Solidarität und Nähe zu den Armen und Ausgegrenzten,
Gemeinschaft, verstand es Sr. Johanna dazu auch noch passende Stellen aus unserem
Lebensführer einzubauen. Im meditativen Abendlob konnte  der Reichtum des Gehörten
nachklingen bzw. sich setzen. Im Morgenlob waren Tor und Schwellen sichtbar und wurden in
den Psalmen, im Schriftwort, ins Gebet hinein genommen.
Auf dem Programm des Vormittags stand der Bericht der  Regionalleitung, der ASC
Angeschlossenen, des Roten Fadens, von Brot und Rosen und der Finanzbericht, während die
Lokalberichte einfach abgelegt wurden.
Ein Blick in die Zukunft, wo wir in der Stille über Visionen und Träume nachdachten und dann
mitteilten, weckte viel Hoffnung auf unsere gemeinsame Zukunft. Das Ergebnis der beiden
Vorschläge, über die wir ausgetauscht haben, war einmal im Jahr einen offenen
Gemeinschaftstag in Schaan zu realisieren.

Die Formulierung des neuen Zieles fand schnell den Konsens und heißt:
Hoffnungsvoll und kontemplativ die Schwellen überschreiten.

Mit der feierlichen Eucharistie, der P. Josef vorstand, wurden wir von der Regionalleitung im Namen des Dreifaltigen Gottes gesendet. Das anschließende Abendessen stärkte uns für den Heimweg.

Sr. Elisabeth Huber

 




Suche nach den neuen Wegen

Es ist Samstagmorgen Ende Februar 2013 und ich bin wieder mal auf dem Weg aus Südtirol ins Ländle. 3,5 Stunden Autofahrt, die sich immer wieder auszahlen. Dieses Mal fahre ich nach Schaan, um am Begegnungstag der ASC-Schwestern aus der deutschsprachigen Region teilzunehmen. Das Thema klingt interessant und ist einladend, aber ganz genau weiß ich nicht, was mich neben der herzlichen Gastfreundschaft im Kloster erwartet und deshalb bin ich gespannt.

20 Schwestern aus Schaan, Röthenbach, Steinerberg, Gundelfingen und Muolen und 5 junge Frauen der Gruppe „roter Faden“ aus der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein und Südtirol, tauschen sich einen Tag lang zum Thema „Sucht neue Worte, sucht neue Wege!“ aus.
 

Nach einer kurzen Vorstellrunde teilt jede ihre Assoziationen zum Thema mit. Danach zeigt uns Sr. Marija verschiedene Zugänge zum Thema auf: von Wörtern, die im Duden neu aufgenommen werden bis hin zu aktuellen Übersetzungen ins heutige Deutsch biblischer Texte. Als neuen Weg stellt sie uns den Weg Jesu vor, den wir neu entdecken und gehen sollen, indem wir uns auf die Quelle besinnen. Dafür braucht es Kreativität, Visionen und Solidarität. Nach diesem Impulsreferat machen wir uns in Kleingruppen Gedanken zu Neubeginn und Aufbruch in eigenem Leben. Beim anschließenden Austausch zeigt sich, dass die Erkenntnis eines Neubeginns meist hinterher gewonnen wird. Währenddessen sind wir uns vielfach nicht bewusst, vor allem nicht der Geistkraft Gottes, die uns leitet und begleitet.

Nach diesem ersten Teil am Vormittag dürfen wir gut und ausgiebig zu Mittag essen. An den Tischen geht die Diskussion und der Austausch munter weiter. Am Nachmittag überlegen wir uns welche Schritte wir heute machen, die uns in Zukunft begleiten und welche Visionen wir für ein zukünftiges Ordensleben haben. Beides nicht ganz einfache Fragen und doch sehr reizende, die viel Bewegung in die Gruppe bringen! In großer Offenheit wird in den Kleingruppen gesprochen und im Plenum teilen alle ihre Gedanken mit den Anwesenden. Die verschiedenen Punkte in Stichworten: ASC-Charisma in neuer Form leben, Spiritualität der ASC erneuern; wertvolle Tradition bewahren, aber Neues wagen: wie neue Formen der Zugehörigkeit, Internationalität nutzen, Gelübde auf Zeit ermöglichen. Weiter überlegen wir gemeinsam welche Perspektiven haben junge Frauen in einer Ordensgemeinschaft und wie kreative, klösterliche Lebensformen heute entstehen und wie Verantwortung/Verbindlichkeit und die Gelübde heute gelebt werden können.

In der Präsentation mit Diskussion fasziniert mich, dass die Schwestern, obwohl die Diskussionen um die Zukunft der Gemeinschaft in der deutschsprachigen Region bereits öfters stattgefunden haben, immer noch mit Begeisterung und Offenheit dabei sind. Sie suchen immer weiter nach neuen Wegen. Einige werden bereits gegangen wie die Einschränkung der Beherbergungstätigkeit auf religiöse und suchende Menschen. Aber  das Thema ist weiterhin ein heißes und brennt unter den Nägeln.

Es ist keine Resignation zu spüren. Vielmehr sind alle gewillt in diesem Veränderungsprozess mitzuarbeiten, sich dabei begleiten und inspirieren zu lassen, auch ungewöhnliches zu probieren und die Schritte und Versuche im Vertrauen auf die Nähe und Begleitung Gottes zu wagen. So fühlen wir uns fünf junge Frauen sehr wohl und machen gern mit. Mit einem Gebet schliessen wir den Tag ab und bei der Jause gibt es noch Gelegenheit zum Nachfragen, weiteren Austausch, Vertiefung der Diskussion bevor einige heimwärts fahren und andere noch die Gastfreundschaft des Klosters in Anspruch nehmen.

Die Reise hat sich ausgezahlt. Es war ein spannender Tag mit interessanten Frauen, intensiven Diskussionen und besonders der Frage an mich: inwieweit bin ich für diese Schwestern und dem Fortbestehen ihrer Spiritualität und Sendung, ihrem Charisma mitverantwortlich, welche Aufgabe kann ich übernehmen. Da hatte ich auf der Heimreise
wohl einiges zu denken…

Petra Kaneppele, Mitglied der Gruppe „roter Faden“




Spirituelle Ferienwoche

Unter dem Motto „Die vier Elemente des Lebens“ reiste eine Gruppe Angeschlossener und junger Erwachsener (roFa) gemeinsam mit den ASC-Schwestern des Klosters St. Elisabeth in Schaan zum ersten Mal im September 2011 zu
einer spirituellen Ferienwoche nach Kroatien.


Ein fröhlicher Reisebus, besetzt mit insgesamt 40 Personen zwischen 7 Monaten und 70 Jahren, fuhr von Liechtenstein nach Novigrad, Kroatien. Schon die Busfahrt war ein Erlebnis ganz besonderer Art. Nach dem Reisesegen wurde ausgelassen erzählt, gesungen und gelacht oder in stiller Vorfreude die malerische Landschaft, die an uns vorbeizog, betrachtet.
 
Gegen Abend erreichten wir unser Reiseziel. Novigrad ist ein hübsches Örtchen im Nordwesten Istriens, das uns mit seinem pituresken Charme und der Nähe zum Meer bereits bei unserer Ankunft in seinen Bann zog. Auch in unserer Pension Emaus, einem gastfreundlichen Ferienhaus der Diözese, fühlten wir uns sehr wohl. In dem frisch renovierten Haus ist eine kleine Kapelle eingerichtet worden, die wir als Raum für gemeinsame Gebetszeiten und spirituelle Impulse wunderbar nutzen konnten.

Angeleitet von den ASC-Schwestern beschäftigten wir uns während der Woche intensiv mit den vier Elementen: Erde, Feuer, Wasser, Luft. Bildbetrachtungen sowie meditative und spirituelle Impulse als Anregung für die Gestaltung des Tages fanden hierbei ebenfalls Eingang in die gemeinsame religiöse Praxis wie die musikalischen Elemente Tanz, Gesang und Musik. In diesem Zusammenhang entstand eines Morgens auch das Gedicht „Segen der vier Elemente“ (s. unten)
Tagsüber gab es eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich zu beschäftigen: Stadtbummel, ausgedehnte Spaziergange und Radtouren entlang der Küste, Schwimmen im 26 Grad warmen Wasser, der Genuss der Hängematte im schattigen Garten der Pension...
 

An einem Tag unternahmen wir gemeinsam eine Schifffahrt, die uns u. a. nach Poreč, der Stadt der Mosaiken, führte. Besonders fasziniert waren wir von der Basilika St. Euphrasius, die seit einiger Zeit zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Hier konnten wir einige der kunstvollen Mosaiken bewundern, die aus dem 6. Jahrhundert stammten. Auch die Überreste und die uralten Bodenmosaiken der ersten Kirche aus dem Jahr 313 waren noch sichtbar und versetzten jeden Besucher ins Staunen. Unsere Schifffahrt führte zudem in die Lim-Bucht, ein naturbelassenes Meeresreservat, welches mit seinem 13 km langen, ins Landesinnere ragenden Fjord, stark beeindruckte. Abends genossen wir stets unser Beisammensein. Wir reflektierten den Tag, tauschten uns aus über unsere Erlebnisse und dankten Gott in einem geistlichen Tagesabschluss für die geschenkte Zeit. Zweimal fand abends auch eine Eucharistiefeier statt, die von einem kroatischen Priester geleitet und von der Gruppe mitgestaltet wurde.

Den Gewinn unserer Reise in nur wenigen Worten zu umschreiben, dürfte allen Reisenden sehr schwer fallen. Am ehesten lässt es sich wohl in unseren 4 Elementen ausdrücken, die uns als Segen im Alltag weiterhin begleiten werden:
 
Der Segen des Wassers mit der Leichtigkeit und der Weite des tiefblauen Meeres;
der Segen der Erde als tiefe Wurzel und Kraft im Alltag;
der Segen des Feuers, welcher uns die begeisternde Erfahrung von Gemeinschaft im Glauben,
von der Einheit in der Vielfalt ermöglicht;
und schließlich der Segen der Luft, der in uns allen
die Sehnsucht als Zeichen einer gemeinsamen
Suche nach Gott weiter vorantreibt.


Am Schluss stand bei allen ein Wunsch da: Kroatien, wir kommen wieder!


Segen der vier Elemente
 
Der Segen des Meeres sei mit dir.
Es lehre dich seine Weite.
Es trage dich sanft durch dein Leben, damit du empfangen
und schenken kannst, was dein Herz bewegt.
Wie die Wellen kommen und gehen,
so darfst du dich hingegeben an das Leben selbst.
Hab keine Angst dich zu verlieren,
denn jeder Tropfen erzählt vom Meer
und ist darin für immer geborgen.

Der Segen des Windes sei mit dir.
Er ströme mit seiner ganzen Fülle und Zartheit
in dich und all deine Beziehungen hinein.
Er heile alle Verwundungen,
er stärke deinen Geist und mache lebendig,
was verhärtet war.
Er erhebe deine Seele zu Gott, damit du,
getragen von den singenden Lüften des Himmels,
voll Glück deine neue Lebensmelodie finden und
ihrem Klang folgen darfst.

Der Segen des Feuers sei mit dir.
Es wandle dich mit all seiner Kraft,
damit jeder Funke zur Flamme wird,
lodernd und hell wie eine Fackel in der Nacht,
wie ein Leuchtturm, der in der Dunkelheit des Lebens
den Weg ans rettende Ufer weist.
Möge dir der Segen des Feuers Tatkraft und Mut verleihen,
für Gott und deinen Nächsten voll Freude zu brennen.

Der Segen der Erde sei mit dir.
Sie segne dich mit der Quelle des Lebens und der Nahrung des Geistes.
Sie schenke dir tiefe Wurzeln und festen Halt.
Sie bewahre dich in ihrem Frieden, damit du wachsen und reifen kannst.
Wie ein kräftiger Baum strebst du in den Himmel empor und verbindest Himmel und Erde.
Möge dein Leben frische Blätter und Blüten tragen damit es zum Segen wird
und reiche Früchte trägt für die Welt.

So segne dich der liebende, zärtliche, tragende Gott
mit der Kraft des Meeres, des Windes, des Feuers und der Erde. Amen.







 

Julia Hepperle, Mitglied der roFa Gruppe




Zugvögel

Vom 28. bis zum 30. Oktober 2011 traf sich die Gruppe junger Erwachsener (roFa) erneut im Kloster St. Elisabeth. Die Wiedersehensfreude war groß. Wie lang vermisste Freunde fanden sich die Wochenendgenießer in der mit Herbstlicht durchfluteten klösterlichen Lebenswelt ein. Es war für alle wie ein lebendiges Aufatmen inmitten des Alltagstrubels, ein kurzes und bewusstes Aussteigen aus der Zeit mit all ihren Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten.
 

Motto des Wochenendes war das Thema „Zugvögel“. In Gesprächen, ausgedehnten Spaziergängen und Übungen zur bewussten Sinneswahrnehmung versuchte ein jeder auf seine Weise jener inneren Stimme nachzuspüren, die mitten ins Herz spricht, sobald darin Ruhe einkehren darf. Auch der faszinierende Film über Zugvögel „Nomaden der Lüfte“ berührte die Gruppe sehr. Die großartigen Aufnahmen der Landschaften aus der Perspektive der Vögel versetzten den Betrachter in die Haltung einer stillen und freudigen Aufmerksamkeit für die Gegenwart. Das anschließende Impulsreferat von Sr. Marija übertrug die Eigenschaften der Zugvögel auf die menschliche Ebene. Marija zeigte auf, dass unser Leben gleich
demjenigen der Zugvögel einem geheimnisvollen inneren Kompass folgt, der uns den Weg weist und das Ziel bereits kennt. Aus dem Glauben heraus dürfen wir darauf vertrauen, dass das Ziel dieser Reise unser Zuhause ist - der Himmel, Gott, jene Welt, die unsere Seele schon kennt, weil sie bereits in ihrem Inneren wohnt und teil unseres Lebens auf Erden ist. Und doch braucht es jede Menge Mut zu diesem Weg. Den Mut zum Wagnis, den Mut, Fragen zu stellen, den  Mut, aufrechten Schrittes den Weg bis in letzter Konsequenz zu Ende zu gehen, die Zeichen der Zeit wahrzunehmen, bewusst zu leben und wachsam der inneren Stimme zu folgen.

An dieser Stelle möchte ich im Namen der roFas dem Kloster und all seinen Schwestern ein Dankeschön sagen, dafür, dass es uns allen mit seinen offenen Pforten und der Weite des Geistes Heimat bietet, dafür, dass es uns ermöglicht, uns von der manchmal doch recht anstrengenden Lebensreise zu erholen, neu zu orientieren und als Gemeinschaft im Glauben wahrzunehmen, dafür, dass es ihm gelingt, unser inneres Ohr neu zu schulen und darauf zu vertrauen….
 
Mein Herz, wohin ziehst du?
In die Ferne der Welt.
Wie ein Zugvogel steigst du mit dem Wind
in den Himmel hinauf und
fliegst in die verborgensten Winkel der Seele der Welt.

Mein Herz, wohin ziehst du?
Heim. Heimwärts.
Dorthin, woher ich einst kam vor langer Zeit.
Der Wind erzählt mir davon in seinem Lied.

Die Sterne, der Mond weisen mir gleich einem Kompass den Weg.
Heim zieht es mich. Heimwärts.
Der Sonne entgegen.

Julia Hepperle, Mitglied der roFa-Gruppe
 

© Kloster St. Elisabeth, Duxgass 55, 9494 Schaan - Telefon 00423 239 64 44
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