Gruppe der jungen Erwachsenen - "roter Faden" (roFa) ist eine ökumenische Gruppe junger erwachsener Christinnen und Christen (ab 18 Jahre). Mit den Schwestern und den angeschlossenen Mitgliedern der Region Schaan in Liechtenstein, bilden sie im deutschsprachigen Raum ein Netzwerk. In dieser Gemeinschaft und im Kloster St. Elisabeth schöpfen die Mitglieder der Gruppe Kraft, Entspannung und neue Impulse für ihr berufliches und persönliches Leben. Im unvoreingenommenen Austausch über Glaubens- und Lebensfragen finden sie Mut zum Weitergehen und entdecken, dass ein freier Glaube das Leben glücklich macht.
Das letzte Treffen fand im Oktober 2011 statt und hatte das Thema "Zugvögel". Mehr... Die Gruppe zählt inzwischen 42 Mitglieder aus dem ganzen deutschsprachigen Raum (inkl. Südtirol) und ist sich bewusst: Vernetzung und gemeinsame Spiritualität schaffen Verbundenheit untereinander. Die Treffen im Jahr 2012 finden von 11. bis 13. Mai und von 28. bis 30. September statt. Interesse? Fragen? Flyer hier Kontakt: siehe oben. |
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Unter dem Motto „Die vier Elemente des Lebens“ reiste eine Gruppe Angeschlossener und junger Erwachsener (roFa) gemeinsam mit den ASC-Schwestern des Klosters St. Elisabeth in Schaan im September 2011 zu einer spirituellen Ferienwoche nach Kroatien. Endlich war es soweit! Ein fröhlicher Reisebus, besetzt mit insgesamt 40 Personen zwischen 7 Monaten und 70 Jahren, fuhr von Liechtenstein nach Novigrad, Kroatien. Schon die Busfahrt war ein Erlebnis ganz besonderer Art. Nach dem Reisesegen wurde ausgelassen erzählt, gesungen und gelacht oder in stiller Vorfreude die malerische Landschaft, die an uns vorbeizog, betrachtet. Gegen Abend erreichten wir unser Reiseziel. Novigrad ist ein hübsches Örtchen im Nordwesten Istriens, das uns mit seinem pituresken Charme und der Nähe zum Meer bereits bei unserer Ankunft in seinen Bann zog. Auch in unserer Pension Emaus, einem gastfreundlichen Ferienhaus der Diözese, fühlten wir uns sehr wohl. In dem frisch renovierten Haus ist eine kleine Kapelle eingerichtet worden, die wir als Raum für gemeinsame Gebetszeiten und spirituelle Impulse wunderbar nutzen konnten.
Glauben lebt von der Gemeinschaft Angeleitet von den ASC-r Schwestern beschäftigten wir uns während der Woche intensiv mit den vier Elementen: Erde, Feuer, Wasser, Luft. Bildbetrachtungen sowie meditative und spirituelle Impulse als Anregung für die Gestaltung des Tages fanden hierbei ebenfalls Eingang in die gemeinsame religiöse Praxis wie die musikalischen Elemente Tanz, Gesang und Musik. In diesem Zusammenhang entstand eines Morgens auch das Gedicht „Segen der vier Elemente“ (s. unten) Tagsüber gab es eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich zu beschäftigen: Stadtbummel, ausgedehnte Spaziergange und Radtouren entlang der Küste, Schwimmen im 26 Grad warmen Wasser, der Genuss der Hängematte im schattigen Garten der Pension… An einem Tag unternahmen wir gemeinsam eine Schifffahrt, die uns u. a. nach Poreč, der Stadt der Mosaiken, führte. Besonders fasziniert waren wir von der Basilika St. Euphrasius, die seit einiger Zeit zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Hier konnten wir einige der kunstvollen Mosaiken bewundern, die aus dem 6. Jahrhundert stammten. Auch die Überreste und die uralten Bodenmosaiken der ersten Kirche aus dem Jahr 313 waren noch sichtbar und versetzten jeden Besucher ins Staunen. Unsere Schifffahrt führte zudem in die Lim-Bucht, ein naturbelassenes Meeresreservat, welches mit seinem 13 km langen, ins Landesinnere ragenden Fjord, stark beeindruckte. Abends genossen wir stets unser Beisammensein. Wir reflektierten den Tag, tauschten uns aus über unsere Erlebnisse und dankten Gott in einem geistlichen Tagesabschluss für die geschenkte Zeit. Zweimal fand abends auch eine Eucharistiefeier statt, die von einem kroatischen Priester geleitet und von der Gruppe mitgestaltet wurde.
Was wir von der spirituellen Woche mitnehmen? Den Gewinn unserer Reise in nur wenigen Worten zu umschreiben, dürfte allen Reisenden wohl sehr schwer fallen. Am ehesten lässt es sich wohl in unseren 4 Elementen ausdrücken, die uns als Segen im Alltag weiterhin begleiten werden: Der Segen des Wassers mit der Leichtigkeit und der Weite des tiefblauen Meeres; der Segen der Erde als tiefe Wurzel und Kraft im Alltag; der Segen des Feuers, welcher uns die begeisternde Erfahrung von Gemeinschaft im Glauben, von der Einheit in der Vielfalt ermöglicht; und schließlich der Segen der Luft, der in uns allen die Sehnsucht als Zeichen einer gemeinsamen Suche nach Gott weiter vorantreibt.
Am Schluss stand bei allen ein Wunsch da: Kroatien, wir kommen wieder! Der Segen des Meeres sei mit dir. Es lehre dich seine Weite. Es trage dich sanft durch dein Leben, damit du empfangen und schenken kannst, was dein Herz bewegt. Wie die Wellen kommen und gehen, so darfst du dich hingegeben an das Leben selbst. Hab keine Angst dich zu verlieren, denn jeder Tropfen erzählt vom Meer und ist darin für immer geborgen.
Der Segen des Windes sei mit dir. Er ströme mit seiner ganzen Fülle und Zartheit in dich und all deine Beziehungen hinein. Er heile alle Verwundungen, er stärke deinen Geist und mache lebendig, was verhärtet war. Er erhebe deine Seele zu Gott, damit du, getragen von den singenden Lüften des Himmels, voll Glück deine neue Lebensmelodie finden und ihrem Klang folgen darfst.
Der Segen des Feuers sei mit dir. Es wandle dich mit all seiner Kraft, damit jeder Funke zur Flamme wird, lodernd und hell wie eine Fackel in der Nacht, wie ein Leuchtturm, der in der Dunkelheit des Lebens den Weg ans rettende Ufer weist. Möge dir der Segen des Feuers Tatkraft und Mut verleihen, für Gott und deinen Nächsten voll Freude zu brennen.
Der Segen der Erde sei mit dir. Sie segne dich mit der Quelle des Lebens und der Nahrung des Geistes. Sie schenke dir tiefe Wurzeln und festen Halt. Sie bewahre dich in ihrem Frieden, damit du wachsen und reifen kannst. Wie ein kräftiger Baum strebst du in den Himmel empor und verbindest Himmel und Erde. Möge dein Leben frische Blätter und Blüten tragen damit es zum Segen wird und reiche Früchte trägt für die Welt.
So segne dich der liebende, zärtliche, tragende Gott mit der Kraft des Meeres, des Windes, des Feuers und der Erde. Amen.
Julia Hepperle, Mitglied der roFa Gruppe
Vom 28. bis zum 30. Oktober 2011 traf sich die Gruppe junger Erwachsener (roFa) erneut im Kloster St. Elisabeth. Die Wiedersehensfreude war groß. Wie lang vermisste Freunde fanden sich die Wochenendgenießer in der mit Herbstlicht durchfluteten klösterlichen Lebenswelt ein. Es war für alle wie ein lebendiges Aufatmen inmitten des Alltagstrubels, ein kurzes und bewusstes Aussteigen aus der Zeit mit all ihren Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten. Motto des Wochenendes war das Thema „Zugvögel“. In Gesprächen, ausgedehnten Spaziergängen und Übungen zur bewussten Sinneswahrnehmung versuchte ein jeder auf seine Weise jener inneren Stimme nachzuspüren, die mitten ins Herz spricht, sobald darin Ruhe einkehren darf. Auch der faszinierende Film über Zugvögel „Nomaden der Lüfte“ berührte die Gruppe sehr. Die großartigen Aufnahmen der Landschaften aus der Perspektive der Vögel versetzten den Betrachter in die Haltung einer stillen und freudigen Aufmerksamkeit für die Gegenwart. Das anschließende Impulsreferat von Sr. Marija übertrug die Eigenschaften der Zugvögel auf die menschliche Ebene. Marija zeigte auf, dass unser Leben gleich demjenigen der Zugvögel einem geheimnisvollen inneren Kompass folgt, der uns den Weg weist und das Ziel bereits kennt. Aus dem Glauben heraus dürfen wir darauf vertrauen, dass das Ziel dieser Reise unser Zuhause ist - der Himmel, Gott, jene Welt, die unsere Seele schon kennt, weil sie bereits in ihrem Inneren wohnt und teil unseres Lebens auf Erden ist. Und doch braucht es jede Menge Mut zu diesem Weg. Den Mut zum Wagnis, den Mut, Fragen zu stellen, den Mut, aufrechten Schrittes den Weg bis in letzter Konsequenz zu Ende zu gehen, die Zeichen der Zeit wahrzunehmen, bewusst zu leben und wachsam der inneren Stimme zu folgen. An dieser Stelle möchte ich im Namen der roFas dem Kloster und all seinen Schwestern ein Dankeschön sagen, dafür, dass es uns allen mit seinen offenen Pforten und der Weite des Geistes Heimat bietet, dafür, dass es uns ermöglicht, uns von der manchmal doch recht anstrengenden Lebensreise zu erholen, neu zu orientieren und als Gemeinschaft im Glauben wahrzunehmen, dafür, dass es ihm gelingt, unser inneres Ohr neu zu schulen und darauf zu vertrauen….
Die Sterne, der Mond weisen mir gleich einem Kompass den Weg. Heim zieht es mich. Heimwärts. Der Sonne entgegen.
Julia Hepperle, Mitglied der roFa-Gruppe |
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